Lehrbuch der Weltsprache Volapük

 

Titel
Vorwort
Abschnitt I
Abschnitt II
Abschnitt III
Abschnitt IV
Abschnitt V
Abschnitt VI
Abschnitt VII
Abschnitt VIII
Abschnitt IX
Abschnitt X
Abschnitt XI
Abschnitt XII
Abschnitt XIII
Abschnitt XIV
Abschnitt XV
Abschnitt XVI
Abschnitt XVII
Abschnitt XVIII
Abschnitt XIX
Abschnitt XX
Abschnitt XXI
Abschnitt XXII
Abschnitt XXIII
Abschnitt XXIV
Abschnitt XXV
Schlußwort

 

Lüükots pro pübot vüresodik

  Lised gramatik
  Lised vödik
  Penet
  Fomäts votik

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XXIII.
Die Nachsilben „od“, „ot“, „äd“, „ed“ und „et“

Manche Stammbegriffe lassen eine ganze Anzahl Ableitungen zu, von welchen einzelne durch die jetzt gelernten Ableitungssilben nicht erfaßt werden. Diesem Zwecke dienen die 5 Nachsilben od, ot, äd, ed und et. Es lassen sich bei den oft winzigen Differierungen keine präcizen Ableitungssilben aufstellen. Man würde wohl einige Hunderte Silben gebrauchen, kurz gesagt, die Detaillierung dieser Art bis ins kleinste ist undurchführbar.
Immerhin haben wir einige Anhaltspunkte. Od und ot bezeichnen oftmals Objekte, Dinge und dgl., und zwar ot dann, wenn das Plastische, Körperhafte, Dinghafte mehr zu Tage tritt. Läßt jedoch der zu erweiternde Stammbegriff Auslegungen zu, welche auch allgemein sind, dann tritt od an diese Stelle. Lerne und vergleiche folgendes ; mag = Darstellen, Abbilden, magod = das Bild, die Abbildung, magot = Statue, Standbild, Bildsäule, Brustbild (Büste) – yel = Jahr, yelod = Jahrgang (Zeitschriften und allgemein = od) – dik = Diktieren, dikot = Diktat (sichtbar, griefbar = ot) – pav = das Pflastern, pavot = das Pflaster (Straße) – nul = Neuheit, nulod = Neuigkeit (Artikel und allgemein = od).
Maße gibt man mit ot wieder, ebenso Mengenbegriffe von Zahlen abgeleitet. Bigot = die Dicke (Maß), big = Dicksein, Dicke – lunot = die Länge (Maß), lun = Langsein, Länge – veitot = die Weite (Maß), veit = Weitsein. Lulot = das Fünffache, lul = 5 – jölot = das Achtfache, jöl = 8.
Demgegenüber beachte folgende Worte mittels od gebildet ; lärnod = Aufgabe, Lektion, lärn = das Lernen, Erlernung – jemod = Schande, Schändlichkeit, jem = die Scham, das Schämen – gitod = Befugnis, Recht, Berechtigung, git = das Recht (juridisch).
Die Nachsilbe äd hat gewöhnlich eine allgemeinere Bedeutung als die vier anderen Silben dieser Gruppe. Ist der Stammbegriff schon dinghaft, so daß ot und od als Erweiterung ausscheiden, so finden wir meist äd ; jänäd = Fessel, jän = Kette – sagäd = Gerücht, Gerede, sag = das Sagen (sagod = das Gesagte) – konäd = Legende, Sage, kon = das Erzählen, konot = Erzählung – bumäd = Bauwerk, bum = das Bauen, Bau, bumot = Gebäude – bidäd = Rasse, bid = Art, Gattung.
Reichen diese Begriffe nicht aus, ist der zu formende Erweiterungsbegriff fast oder ganz geistig zu nennen, oder handelt es sich um Flüssigkeiten und deren Maße, dann werden et und ed angewandt ; drined = Getränk, drin = Trinken, drinot = Trunk – fladet = Flasche (Maß), flad = Flasche – väret = Glas (Maß), vär = Trinkglas. Geographische Maße werden mit et wiedergegeben ; videt = geograph. Breite – lunet = geograph. Länge. Spiked = Spruch, Wahlspruch, Devise, spiket = Sprichwort, spikot = Gespräch, spikäd = Vortrag, Rede, spik = das Sprechen – timed = Zeitrechnung (christlich, mohamed.), timäd = Ära, Zeitalter, tim = Zeit.

vein = die Ader – cal = das Amt – cif = Anführer, Chef, Oberhaupt – nak = Anker – ban = Bad, Baden – bien = Biene – biv = der Bieber – pened = Brief – blöt = Brust – spid = die Eile – sek = der Erfolg – lül = die Eule – fag = Ferne, Fernsein – klif = Felsen – renar = Fuchs – bil = die Galle – mied = Grenze – küg = Gurke – gif = das Gießen – jan = Hanf – ron = Harz – skin = Haut – hon = Horn (Tier) – horn = Horn (Musik) – flab = Lappen – sped = Lanze, Spieß – koeg = Kork – nun = Nachricht – sagit = der Pfeil – pot = die Post – bluf = die Probe, Proben – mad = Reife, Reifsein – stin = die Saite (Darm) – sark = der Sarg – häm = der Schinken – släm = Schlamm – dek = Schmuck, Zier – bov = Schüssel – sob = Seife – bun = das Springen – vög = die Stimme – stil = die Stille, Stillsein – tök = der Tausch – dren = die Träne – trod = Trost – trum = Trommel – drim = Traum – klub = Verein – pöp = Volk (Masse) – vam = Wärme – zeil = Ziel = fäd = Zufall – salig = die Weide (Baum) – taim = Ton (Erde) – snil = das Siegel – set = der Satz (grammat.) – silab = Silbe – pup = Puppe (Spielzeug) – cav = der Rachen – pün = Punkt – böf = die Posse – peb = der Puls – paun = das Pfund (Gewicht) – pläd = Pelz – päg = das Pech – paud = die Pause – fiv = der Pfuhl, Pfütze – mül = die Mühle – töb = die Mühe – hip = Hüfte, Lende – laud = Lerche – reid = Lesen – köb = der Kamm – tuv = das Finden, Fund – tün = das Blech – gug = Gurgel, Kehle – gön = die Gunst – fug = die Flucht, Fliehen – blöf = der Beweis – smug = Schmuggeln – pold = Polizei – däm = Schaden – buon = Stopfen, Stöpsel.

Ergänzungen zu Abschnitt XIII.

Der Artikel el dient zur Bezeichnung (und entsprechender Deklination) der Fremdworte. Er wird in Verbindung mit Volapük-Worten nur angewandt, wenn solche Worte (oder auch grammat. Silben) außerhalb der normalen Anwendung im Satzbilde hervorgehoben werden müssen. Beispiel : In set „Dog binon jönik“ el „dog“ binon subsat. (Deutsch : In dem Satze „Der Hund ist schön“ ist „Hund“ das Substantiv.) – Bei den Millionen der Eigennamen ist es in vielen Fällen von Vorteil, durch Anhängen entsprechender Nachsilben mit dem Artikel zugleich die bestimmte Begriffsgruppe anzugeben, zu welcher das folgende Fremdwort gehört. So bezeichnet -an Personen (elan, hielan) ; -af bezeichnet Tiere (elaf) ; -ep bezeichnet Pflanzen, -än Länder, -eän Inseln, -el Meere, -ak See, -äd Sternbilder, -ed Berge und -ot bezeichnet Sachen, Objekte. Wenn im Verlauf des Satzes eine genauere Erklärung des Fremdwortes folgt, dann wendet man diese Nachsilben nicht an. Beispiel : El „Mont-Blanc“ binon bel geilikün Yuropa.