Lehrbuch der Weltsprache Volapük

 

Titel
Vorwort
Abschnitt I
Abschnitt II
Abschnitt III
Abschnitt IV
Abschnitt V
Abschnitt VI
Abschnitt VII
Abschnitt VIII
Abschnitt IX
Abschnitt X
Abschnitt XI
Abschnitt XII
Abschnitt XIII
Abschnitt XIV
Abschnitt XV
Abschnitt XVI
Abschnitt XVII
Abschnitt XVIII
Abschnitt XIX
Abschnitt XX
Abschnitt XXI
Abschnitt XXII
Abschnitt XXIII
Abschnitt XXIV
Abschnitt XXV
Schlußwort

 

Lüükots pro pübot vüresodik

  Lised gramatik
  Lised vödik
  Penet
  Fomäts votik

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XXII.
Die Vorsilben „fa“ und „la“ –
Die Nachsilben „em“, „äm“, „af“, „in“ und „ir“

Die Vorsilbe fa gibt das Gegenteil der Anwesenheit wieder ; fablibön = fernbleiben, wegbleiben, blibön = bleiben – fabinön = abwesend sein.
Die Vorsilbe la gibt den Begriff der deutschen Vorsilbe „auf-“ wieder im Sinne einer Hebung (Aufhebung, Annahme) einer Sache vom Boden oder von einem anderen Ruhepunkt ; lasumön = aufheben, sumön = nehmen – lakobükön = aufsammeln, kob = das Beisammensein, Zusammensein (ükön = machen).
Die Nachsilbe em bildet Sammelbegriffe (Menschen „ef“ bzw. „anef“) ; bledem = Laub, bled = Blatt – bomem = Gerippe, Skelett, bom = Knochen – monem = Geldmittel, Vermögen, mon = Geld.
Die Nachsilbe äm bezeichnet Organe von Lebewesen (Menschen, Tiere, Pflanzen) ; liläm = Gehörorgan, Gehörwerkzeug – logäm = Gesicht, Gesichtswerkzeug – dicetäm = Verdauungsorgan, dicet = Verdauung – flitäm = Flügel (Tiere), flit = Flug, Fliegen.
Die Nachsilbe af bezeichnet Tiere in Beziehung zum Stammwort-Begriff ; sügaf = Säugetier, süg = Säugen, sug = Saugen. Sonst wendet man aber, der Deutlichkeit halber, meistens „-nim“ an ; domanim = Haustier.
Die Nachsilbe in dient zur Bezeichnung der Elemente und Grundstoffe ; blägin = Schwärze, blägik = schwarz – ferin = Eisen (chem. Grundst.), fer = Eisen (Metall) – zinkin = Zink (chem.), zink = das Zink. Oft enden auch Stammformen auf „-in“, z. B. hidrargin = Quecksilber.
Die Nachsilbe ir wird oft zur Bezeichnung grammatischer Ausdrücke gebraucht ; fomir = (grammat.) Formenlehre, fom = Form, Gestalt – hukir = grammat. (Schrift) Häkchen, huk = der Haken – bidir = grammat. Modus, Modusform, bid = Art, Gattung.

rab = Rabe – rat = Ratte – sab = Sand – püf = Staub – slet = Schiefer – kusen = das Kissen – sak = Sack – veal = Schleier – pok = (Rock-) Tasche – klöf = Tuch – lain = Wolle – lif = Leben – fun = Leiche – rib = Rippe – bäk = Rücken – vüm = Schoß – lin = der Ring – kad = (Post-) Karte – nat = Natur – nisul = Insel – sid = Samen – triful = Klee – stol = Stroh – meil = Mehl – tuig = Zweig – zöt = Zettel, Schein – lised = Liste, Verzeichnis – kaled = Kalender – sosit = Wurst – fromad = Käse – vim = Laune – tom = Pein, Qual – jem = Scham – blig = Pflicht – dot = Zweifel – met = Meter – liät = Liter – ted = Handel – palet = Partei – vöd = Wort – top = Ort, Platz – jol = Küste, Strand – glun = Grund, Boden, Fußboden – lien = Linie – stum = Instrument – gel = Orgel – mär = Märchen – sasen = Mord – div = Schatz – noid = Geräusch, Rauschen – sköt = Wappen – düf = die Härte – jap = die Schärfe – zem = Kalk – glud = Leim – smil = Lachen – mal = Zeichen, Mal – mön = Mauer – frut = Nutzen, Vorteil – nom = Norm, Regel – jed = Wurf – vaet = Saft – kokot = Kokosnuß.

Ergänzungen zu Abschnitt XII.

Wir haben die Wortverbindungen mittels des Buchstabens „a“ als Normalform, mittels „i“ bei entsprechenden Zusammenhängen und die direkten Verbindungen bei Präpositionen und nichtsubstantivischen Worten gelernt. Zu Letzteren gehören auch Wortverbindungen mittels vorgesetzten Adverben, bei welchen das für die Adverben charakteristische „o“ erscheint. Auch einsilbige adverbiale Begriffe, (welche oft nicht auf „o“ enden) werden (den Präpositionen gleich) direkt vorgesetzt.

Wortverbindungen aller Art.

domayan = Haustüre – menalöf = Menschenliebe – menilöf = Menschenliebe (siehe Abschnitt XII) – jukifabrik = Schuhfabrik – tafifmedin = Fiebermittel – tavenenmedin = Gegengift – balnum = Einzahl – telpün = Doppelpunkt – löpiotirön = aufziehen, emporziehen – kobosumön = zusammennehmen, zusammenfassen – löseidön (oki) = aufsetzen (sich), lö = aufrecht (adv. Stamm.) – deleneit = Etmal (die 24 Tagesstunden zusammengefaßt) – pluuneplu = mehroderweniger – general, maredal = General-(Feld-)Marschall – Lingläna-Lägüptän = Anglo-(Englisch-)Ägypten. Da Eigennamen (Länder usw.) stets mit großen Anfangsbuchstaben geschrieben werden, müssen Wortverbindungen mit ihnen stets durch Bindestrich getrennt werden.

Aufgabe 30.

Blod obik lödom in Sulüda-Deutän. – Trifulabled at oblinon läbi ole. – Juegifabrik gretik binon in vilag et. – Mot obik äbadocedof (sie nahm es übel) lenoidi (Lärm) flenas olik. – Cil at äblinon sone obik magodabukis jönik tel. – Givolös obe götastinis kil. – Vinaflad äfalon sui glun cema. – Leülaflad at binon miotik. – In barak feilana ätuvob gokanögis fol. – Man et pädonioflapom dub punaflap. – Su nisul at kokotapams e figabims mödiks stanons. – Givolös märabuki jönik et. – Ruil binon neflen fera. – Kikodo binol-li nekotenik ? – Faem binon badik, ab soaf binon badikum. – Dog äbunon sui tab ed älufidon sositi lölik. – Dub dag te äkanob logön jadi mana. – Flen obik binon pöfik, ab repüt okik binon gudik. – Rün binon fit menas pöfik. – Mat binon tan bevü man e vom. – Pals olik äseadons in priel gada, ven jiflen mota olik ävisitof onis.