Lehrbuch der Weltsprache Volapük

 

Titel
Vorwort
Abschnitt I
Abschnitt II
Abschnitt III
Abschnitt IV
Abschnitt V
Abschnitt VI
Abschnitt VII
Abschnitt VIII
Abschnitt IX
Abschnitt X
Abschnitt XI
Abschnitt XII
Abschnitt XIII
Abschnitt XIV
Abschnitt XV
Abschnitt XVI
Abschnitt XVII
Abschnitt XVIII
Abschnitt XIX
Abschnitt XX
Abschnitt XXI
Abschnitt XXII
Abschnitt XXIII
Abschnitt XXIV
Abschnitt XXV
Schlußwort

 

Lüükots pro pübot vüresodik

  Lised gramatik
  Lised vödik
  Penet
  Fomäts votik

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XXI.
Die Vorsilben „büa“, „sö“, „ru“ und „ze“ –
Die Nachsilben „av“, „im“, „äl“ und „iäl“

Die Vorsilbe büa gibt die deutsche Silbe „vor-“ im Sinne des Beispiels, Musters oder der Unterweisung wieder. Die Vorsilbe gibt die deutsche Silbe „nach-“ im reagierenden Sinne wieder ; büakanitön = vorsingen – sökanitön = nachsingen (kanitön = singen) – büaturan = Vorturner, tur = Turnen – södunön = nachtun (dunön = tun).
Die Vorsilbe ru gibt den Begriff der deutschen Silbe „Ur-“ wieder ; rufat = Urvater, Erzvater – rufot = Urwald, fot = Wald – rufom = Urform, fom = Form, Gestalt.
Die Vorsilbe ze gibt den Begriff der deutschen Silben „Mittel-“, „Mitte-“ wieder ; zeneit = Mitternacht, neit = Nacht – zeveg = Mittelweg, veg = Weg – zedel = Mittag, del = Tag.
Die Nachsilbe av bezeichnet Wissenschaften und gibt die bekannten Endsilben „-logie“ oder „-ie“ wieder ; Godav = Theologie, God = Gott – kaenav = Technologie, kaen = Technik – sanav = Heilkunde, san = das Heilen (Kranker). Wissenschaften welche nicht von anderen Worten abgeleitet sind, erscheinen als Stammworte (ohne „-av“) ; filosop = Philosophie – füsiolog = Physiologie.
Die Nachsilbe im bezeichnet eine Geistesrichtung im ideellen (nicht beruflichen) Sinne, eine Partei, eine Lehre usw. Sie ersetzt die Nachsilben „-ismus“ ; sogädim = Sozialismus, sogäd = menschlische Gesellschaft, sog = Gesellschaft – dialim = Idealismus, dial = Ideal.
Die geistigen Beziehungen zum Stammwortbegriff gibt die Nachsilbe äl wieder ; ladäl = Gemüt, lad = Herz (Man sagt im Deutschen oft : „er hat ein gutes Herz“, wobei man die Gefühlsregungen beurteilt und nicht etwa die organische Herztätigkeit.) – lanäl = Begeisterung, lan = Seele (z. B. mit ganzer Seele dabei sein) – senäl = inn. geist. Gefühl (Haß, Scham), sen = Gefühl, Empfindung, Fühlen (Kälte, Nässe, Feuer). Die Nachsilbe äl beseitigt das einer zwischenvölkischen Sprache entgegentretende Hindernis der sogenannten Bildersprache.
Verstärkt sich die geistige Beziehung zu einer Sucht, Neigung oder Begierde, dann tritt an Stelle des äl die Nachsilbe iäl ; moniäl = Geldgier, mon = Geld – labiäl = Habsucht, Habgier, lab = das was man hat – lasiviäl = Lüsternheit, Geilheit, lasiv = Wollust – zaniäl = Zanksucht, zan = Zank, Zanken.

Ergänzungen zum IX. Abschnitt.

Alle abgeleiteten Ausrufeworte enden auf ö ; seilö ! = geschwiegen ! Mund gehalten !, seil = Schweigen – prüdö ! = Vorsicht !, Achtung !, aufgepaßt !, prüd = Vorsicht, Bedachtsamkeit – glorö ! = herrlich !, glor = Glorie, Herrlichkeit – moö ! = weg !, fort !, hinweg !, pack Dich !, mo = fort, weg.
Andere Ausrufeworte in Stammformen sind ; bö ! = Dummheit ! Narretei ! – hö ! = hops !, hopsa ! – nö ! = nein ! (Ausruf) – vö = fürwahr, wahrhaftig !, in der Tat ! – fö ! = weiter !, ferner !, fernerhin ! – adyö ! = Adieu !, lebewohl !

kul = die Bahn (allgem.) – tan = das Band (allgem.) – basin = Becken (allgem.) – pun = Faust – döm = Daumen – bälid = Bauch – göt = Darm – saun = Gesundheit, Wohlsein – läb = Glück – nid = Glanz – mat = Ehe – pals = die Eltern – visit = Besuch – glid = Gruß – zäl = das Fest – plek = das Gebet – yul = der Eid – büd = der Befehl – stip = Bedingung – ced = Meinung, Erachten – flun = Einfluß (geistig) – slud = Entschluß, Beschluß – zil = Eifer – stad = Zustand, Befinden – dul = die Dauer – pid = Bedauern – fabrik = die Fabrik – stän = Fahne – fül = Filz – gold = Gold – tub = Faß – flut = Flöte – miot = Kot, Dreck – nuf = Dach – venen = Gift – jif = die Garbe – fif = Fieber – tonär = Donner – flib = Floh – bäu = Ebbe – nög = Ei – gul = Ecke – get = Empfang, Erhalten – plif = Falte, Falz (allg.) – katul = Katholizismus – protäst = Protestantismus – dönu = wieder, abermals, von neuem.

Aufgabe 28.

Glidob oli, o flen obik ! – Danob oli. – Binol-li saunik dönu ? – Si ! äbinob malädik lunüpo (lun = Langsein, „-üp“ = Nachsilbe Zeit betreffend) ab nu kanob visitön oli dönu. – Ogolobs ini gad, stom binon jönik adelo. – No kanob golön mödiko. – Seidolös oki sui bam. – Kiojönik hitüpadel at binon ! – Vö ! sol binon flen gudikün menefa (menef = Menschheit. Siehe „ef“ bzw. „anef“). – Logolös pabi jönik at ! Kiplado binon-li ? – Anu seadon su rosad redik et. – Logol-li oni ? – Si !, ab nu mutob gegolön ini cem, mutob slipön dönu. – Adyö !, o flen obik !

Aufgabe 29.

Haben Sie (Du) meinen Freund gesehen ? – Ja !, ich sah ihn im Park. Seine drie Kinder spielten ; er saß auf der Bank. – Wo ist Deine Mutter ? – Die Mutter ist im Keller. – Als (ven) ich gestern im Bette lag, donnerte es. – Weder mein Vater noch meine Mutter sahen diese bösen Menschen, als (ven) er nachts in ihre Stube ging und das Geld stahl. – Vorsicht !, in dieser Flasche ist Gift. – Jedermann lobt dieses gutes Kind. – Alle Menschen werden irgendeinmal (seimikna) sterben. – Der Bettler stand auf der Brücke. – Kein Mensch (men nonik) gab ihm (männlich) etwas.