Lehrbuch der Weltsprache Volapük

 

Titel
Vorwort
Abschnitt I
Abschnitt II
Abschnitt III
Abschnitt IV
Abschnitt V
Abschnitt VI
Abschnitt VII
Abschnitt VIII
Abschnitt IX
Abschnitt X
Abschnitt XI
Abschnitt XII
Abschnitt XIII
Abschnitt XIV
Abschnitt XV
Abschnitt XVI
Abschnitt XVII
Abschnitt XVIII
Abschnitt XIX
Abschnitt XX
Abschnitt XXI
Abschnitt XXII
Abschnitt XXIII
Abschnitt XXIV
Abschnitt XXV
Schlußwort

 

Lüükots pro pübot vüresodik

  Lised gramatik
  Lised vödik
  Penet
  Fomäts votik

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XIX.
Die Vorsilben „do“, „du“, „nü“, „ke“, „lü“ –
Die Nachsilben „il“, „ül“, „ep“, „ao“, „io“, „aö“ und „iö“

Die Vorsilbe do gibt den Begriff der deutschen Silben „nieder-“, „hin-“, „um-“ wieder ; dofalön = niederfallen, umfallen, falön = fallen – dopladön = hinsetzen, niedersetzen, pladön = stellen – dorönön = niederrennen, umrennen, rönön = rennen.
Die Vorsilbe du gibt den Begriff der deutschen Silben „durch-“, „hindurch-“ wieder ; dugolön = durchgehen, golön = gehen – dutävön = durchreisen, tävön = reisen – dukötön = durchschneiden, kötön = schneiden.
Die Vorsilbe gibt den Begriff der Silben „ein-“, „hinein-“ wieder ; nüjedön = einwerfen, jedön = werfen – nüsumön = einnehmen, sumön = nehmen – nübladön = einblasen, bladön = blasen.
Die deutsche Vorsilbe „mit-“ wird im Volapük durch ke wiedergegeben ; keblinön = mitbrengen, blinön = bringen – kelabön = mithaben, labön = haben.
Die deutschen Silben „zu-“, „an-“, „heran-“ gibt die Vorsilbe wieder ; lüsedön = zusenden, sedön = senden – lülogön = ansehen, anblicken, logön = sehen – lübätön = anlocken, bätön = locken.
Die Nachsilbe il dient als Verkleinerungssilbe und Koseform ; cilil = Kindchen, cil = Kind – bukil = Büchlein, buk = Buch – fatil = Väterchen.
Die Nachsilbe ül dient zur Bezeichnung der dem Stammwort am nächsten liegenden Begriffe, welche sich aber durch Primitivität, Kleinheit usw. wesentlich unterscheiden ; fodül = Sichel, fod = Sense – vomül = Fräulein, vom = Frau, Weib – bubül = Kalb, bub = Rind – gokül = Küchlein, Kücken, gok = Huhn – stafül = Stift, staf = Stab, Stock – yamül = Geleier, yam = Jammer – fogül = Dampf, Dunst, fog = Nebel.
Die Nachsilbe ep dient zur Bezeichnung der Bäume, sofern diese von einem Stammwortbegriff (Früchte usw.) abgeleitet werden.Wo es die Deutlichkeit erfordert, gibt man natürlich „-bim“ den Vorzug ; figep oder figabim = Feigenbaum, fig = Feige – kvärep oder kvärabim = Eiche, Eichbaum, kvär = Eichel.

Ergänzungen zum VI. Abschnitt.

Weitere Umstandsworte in Stammformen sind : ye = jedoch, doch, indeß – zi = umher, herum – pas = erst – mo = fort, weg, dahin – i = auch – ge = zurück – sü = hervor.

Die Nachsilbe ao gibt den Ausgangspunkt einer Bewegung in Beziehung zum Stammwort adverbial wieder ; det = Rechte, deto = rechts, detao = von rechts – nedet = Linke, nedeto = links, nedetao = von links.
Die Nachsilbe gibt denselben Begriff in ausrufendem Sinne wieder ; detaö ! = von rechts ! (Zurechtw. Aufmunt.) – löp = die obere Lage, löpo = oben, löpaö ! = von oben ! (Zuruf).
Die Nachsilbe io gibt das Ziel einer Bewegung in Beziehung zum Stammwort-Begriff wieder ; detio = nach rechts – nedetio = nach links – löpio = nach oben.
Die Nachsilbe gibt denselben Begriff im ausrufenden Sinne wieder ; löpiö ! = nach oben ! (Zuruf).

glok = Uhr – klok = Glocke – lib = Freiheit, Freisein – mut = das Müssen – müt = das Zwingen, Zwang – glüg = die Kirche – rel = Religion – tem = Tempel, Kirche, Dom – sül = Himmel (der Seligen) – höl = Hölle – diab = Teufel – lan = Seele – koef = Beichte, Bekenntnis – sin = Sündhaftigkeit – tug = Tugend – blit = Hose – jit = Hemd – mäned = Mantel – gun = Rock (Männer) – juüp = Rock (Frauen) – nän = Zwerg – fey = Fee – neüf = Nymphe – näk = Nix, Nixe – magiv = Magie, Zauberkunst – mag = das Darstellen – magod = Bild, Abbildung – kon = das Erzählen – konot = die Erzählung – fab = Fabel – rabot = Hobel – gim = Bohrer – cid = Meißel – jän = Kette – dil = Teil – ret = Rest – bid = Art – sot = Sorte – süm = Ähnlichkeit – vot = das Anderssein – laed = Latte – bem = Balken – bemül = Stange – stag = Stamm – kik = Schlüssel – lök = Schloß – jad = Schatten – dag = Dunkelheit – kög = Husten – slim = Schleim – spuk = das Spucken – sput = das Speien – käl = die Pflege – kud = Sorge – flät = Schmeicheln – kid = Kuß – cüg = der Backen – cün = das Kinn – balib = Bart.