Lehrbuch der Weltsprache Volapük

 

Titel
Vorwort
Abschnitt I
Abschnitt II
Abschnitt III
Abschnitt IV
Abschnitt V
Abschnitt VI
Abschnitt VII
Abschnitt VIII
Abschnitt IX
Abschnitt X
Abschnitt XI
Abschnitt XII
Abschnitt XIII
Abschnitt XIV
Abschnitt XV
Abschnitt XVI
Abschnitt XVII
Abschnitt XVIII
Abschnitt XIX
Abschnitt XX
Abschnitt XXI
Abschnitt XXII
Abschnitt XXIII
Abschnitt XXIV
Abschnitt XXV
Schlußwort

 

Lüükots pro pübot vüresodik

  Lised gramatik
  Lised vödik
  Penet
  Fomäts votik

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XIV.
Neun Ableitungssilben zur Bezeichnung der Lebewesen und Geschlechter

Die Vorsilbe hi macht den Begriff bestimmt männlich ; hidök = Enterich, dök = Ente – higok = Hahn, gok = Huhn – hijevod = Hengst, jevod = Pferd – hikat = Kater, kat = Katze.
Die Vorsilbe ji macht bestimmt weibliche Begriffe ; jifit = Rogner, fit = Fisch – jigok = Henne, gok = Huhn – jireg = Königin, reg = König.
Die Vorsilbe ho bezeichnet kastrierte männliche Lebewesen ; hogok = Kapaun, gok = Huhn – hojip = Hammel, jip = Schaf.
Die Vorsilbe jo bezeichnet (wie ho) weibliche Lebewesen ; jogok = geschnittene Henne, gok = Huhn.
Die Nachsilbe an bezeichnet sowohl Berufe (siehe aber auch el und al) als auch Personen (zuweilen auch Wesen allgemein), welche als Träger einer Eigenschaft, eines Gebrechens usw. kenntlich gemacht werden. Ist die Tätigkeit des Wesens nur vorübergehend, so folgt dieses an der Mittelwort-Endung (ölan) ; sonst folgt es dem Stammworte.
mitan = Metzger, mit = Fleisch – dünan = Diener, dün = Dienst – pöfan = Armer, pöf = Armut – säkan = Frager, säk = Frage – tidan = Lehrer (Beruf), tid = Lehre – tidölan = ein (vorübergehend) Lehrender – jitidan = Lehrerin – jidünan = Dienerin. Auch Bewohner eines Landes, Erdteils oder einer Insel, Anhänger einer Religion, einer Partei usw. werden entsprechend durch an bezeichnet.
Wird durch berufliche Arbeit einer Person ein Produkt (sichtbar) geschaffen, so tritt an Stelle der Silbe an die Silbe el ; jukel = Schuster, Schuhmacher, juk = Schuh – möbel = Schreiner, Möbelmacher, möb = Möbel. (Man beachte : der Schuhmacher macht den Schuh, der Metzger (Fleischer) macht nicht das Fleisch.)
Zur Bezeichnung von Personen und Berufen höheren Grades dient die Nachsilbe al, durch welche auch der Name Gottes als Eigenschaftsträger wiedergegeben wird ; presidal = Staatspräsident, presidan = Präses, Vorsitzender, presid = das Vorsitzen – general = kommandierender General, generan = General (allgem.), gener = Generalswürde – Nämal = (Gott) der Starke, näm = die Stärke – Nolal = (Gott) der Wissende, nol = das Wissen.
Steht die Person (oder das Wesen) im passiven oder untätigen Verhältnis zum Begriff des Stammwortes, so wird die Silbe äb angewandt ;
fanäb = Gefangener, fanan = Fänger, fan = Fang – tidäb = Lehrling, tidan = Lehrer, tid = Lehre – tuväb = Findling, Findelkind, tuvan = Finder, tuv = Finden.
Die Vorsilbe läx gibt die Begriffe „Ex-“, „ehemalig“ wieder ; läxpresidal = ehemal. Staatspräsident – läxreg = Exkönig, reg = König.

til = Distel – spin = Dorn – stig = Stachel – hed = Efeu – rid = Schilf, Schilfrohr – bambud = Bambus – gan = Gans – kun = Kuh – cuk = Esel – ber = Bär – kukuk = Kuckuck – rab = Rabe – merul = Amsel – stem = Dampf – fog = Nebel – lug = Lüge – glöt = Neid – lavar = Geiz – zun = Zorn – lel = Lilie – viol = Veilchen – resed = Reseda – miosot = Vergißmeinnicht – väk = Wachs – kandel = Kerze – kanit = Singen – danüd = Tanz – musig = Musik – lid = Lied – pianod = Klavier – tulön = drehen (intr.), tülön = drehen (tr.) – xänön = steigen – vokön = rufen – tirön = ziehen – pedön = drücken, pressen – sturön = stürzen (intr.), stürön = stürzen (tr.), schütten – grämön = klettern – turön = turnen.

Ergänzung des II. Abschnittes.

Die Silbe os (neutrales Geschlechts- bzw. persönliches Fürwort) bildet zugleich auch Substantivformen im Neutrum. Diese Substantive, aus Adjektivformen gebildet, endigen daher gewöhnlich auf ikos ; gudikos = Gutes – jönikos = Schönes – smalikos = Kleines – badikos = Schlimmes, Schlechtes.
Weitere Demonstrativpronomen sind : ot = derselbe – ut = derjenige – som = solch, sobeschaffen, dergleichen – votik = ander – ebo = eben, gerade, jetzt. Mit Hilfe der Präpositionen bildet man aus „od“ (einander) len od = aneinander – lä od = beieinander – öm = manch, mancher. Bei Anfügung der Personensilbe an können die meisten Worte auch alleinstehend gebraucht werden, z. B. öman = Mancher (mancher Mensch) – votikan = der Andre – utan = Derjenige (derjenige Mensch).

Aufgabe 24.
Übersetzung der Aufgabe 23.

Mot obik äseadof lä tab. – Son smalik plina äfalom ini sep dibik. – Man at äfälom bimis fol. – Nif äfalon de sil. – Fits at no smelons gudiko. – Man bäldik äseadom in cem lä tab ed ästörom in boks. – Fat ädeidom sneki, keli ituvom in gad. – Mot obik edeadof in cem at. – Man at ädeidom leoni. – Klufs seatons in bok et. – Sör olik äseitof buki sui stul.

Aufgabe 25.

In gad gretik at älogob floris mödik, lelis e violis, resedis e miosotis. – Lep ägrämon sui bim ed äjedon flukis ini gad. – Lavaran löfon moni mödikumo ka cilis okik. – Son jukela äblinom fate obik hikati e jikati smalik (nur die weibl. Katze ist klein). – No otuvol rosadis nen spins. – Cil pöfik at äkaniton lidi jönik. Golob ini kav, givolös kandeli.