Lehrbuch der Weltsprache Volapük

 

Titel
Vorwort
Abschnitt I
Abschnitt II
Abschnitt III
Abschnitt IV
Abschnitt V
Abschnitt VI
Abschnitt VII
Abschnitt VIII
Abschnitt IX
Abschnitt X
Abschnitt XI
Abschnitt XII
Abschnitt XIII
Abschnitt XIV
Abschnitt XV
Abschnitt XVI
Abschnitt XVII
Abschnitt XVIII
Abschnitt XIX
Abschnitt XX
Abschnitt XXI
Abschnitt XXII
Abschnitt XXIII
Abschnitt XXIV
Abschnitt XXV
Schlußwort

 

Lüükots pro pübot vüresodik

  Lised gramatik
  Lised vödik
  Penet
  Fomäts votik

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XIII.
Der Artikel – Mehrsilbige Stammworte

Volapük benötigt den Artikel nur für die (nicht zu vermeidenden) Fremdworte, Eigennamen usw. Dieser bestimmte Artikel wird mit el wiedergegeben ; er ist deklinierbar (ela, eli, elis) und kann außerdem gleichwie „kel“ durch Vorsetzen von hi (hiel) männliche und durch Vorsetzen von ji (jiel) weibliche Bedeutung erlangen. Givolös obe eli „Frankfurter Zeitung“. In dom at älogob jieli „Asta Nielsen“.
Eine Anzahl Nachsilben bezeichnet die Gruppen, welchen die Fremdworte angehören. (Hierüber bei den Nachsilben.)
Volapük hat natürlich auch zwei- und mehrsilbige Stammworte, da die Unzahl der Begriffe durch nur einsilbige Worte nicht wiedergegeben werden kann.

komip = Kampf – vikod = Sieg – vilag = Dorf – tabak = Tabak – jevod = Pferd – konsäl = der Rat – konker = Eroberung – läten = Messing – lampad = Lampe – konlet = Sammlung – kontag = Berührung – rosad = Rose – stenograf = Stenographie – telegraf = Telegraphie.

Allgemeines über die Vor- und Nachsilben.

Ein wesentlicher Unterschied der Weltsprache Volapük gegenüber den Natursprachen besteht darin, daß von einem Stammwort (durch entsprechende Vor- und Nachsilben) sämtliche zur Begriffsgruppe gehörenden Worte gebildet werden. Finden wir in den Natursprachen oftmals viele Stammworte innerhalb einer Gruppe (z. B. ziehen, reißen, verzerren) und oftmals doppelsinnige Begriffe (die meisten Zeitworte sind transitiv und intransitiv), so ist dies im Volapük ausgeschlossen. Volapük arbeitet infolge seines eigentümlichen Aufbaues so präzis, daß keine andere Sprache es je übertreffen könnte.
Es ist klar, daß zu diesem präzisen Gebrauch einer Weltsprache, welche alle Regungen des Geistes genau wiedergeben soll, eine ganze Anzahl Vor- und Nachsilben nötig sind. In klarer Erkenntnis, daß hier ein Fehlen zugleich ein Fehler ist, besitzt Volapük nicht weniger als 60 Vorsilben und 85 Nachsilben, also insgesamt 145 Ableitungssilben.
Man möge aber bedenken, daß hierin 20 nur in der Medizin und Chemie gebräuchliche Ableitungssilben enthalten und daß weiterhin 32 Ableitungssilben bereits gelernt sind (12 Silben für die Zeitformen = a, pa, ä, pä usw. – 6 Silben für die Deklination = a, as, e usw. – 4 Silben für Wortbezeichnungen = ik, o, ön, öl – die Geschlechtssilben = hi, ji – sowie die Ableitungssilben li, la, um, ün, ös, öd und öv).
Es bleiben also noch 93 Ableitungssilben, welche nachstehend behandelt werden.