Lehrbuch der Weltsprache Volapük

 

Titel
Vorwort
Abschnitt I
Abschnitt II
Abschnitt III
Abschnitt IV
Abschnitt V
Abschnitt VI
Abschnitt VII
Abschnitt VIII
Abschnitt IX
Abschnitt X
Abschnitt XI
Abschnitt XII
Abschnitt XIII
Abschnitt XIV
Abschnitt XV
Abschnitt XVI
Abschnitt XVII
Abschnitt XVIII
Abschnitt XIX
Abschnitt XX
Abschnitt XXI
Abschnitt XXII
Abschnitt XXIII
Abschnitt XXIV
Abschnitt XXV
Schlußwort

 

Lüükots pro pübot vüresodik

  Lised gramatik
  Lised vödik
  Penet
  Fomäts votik

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XII.
Das transitive und intransitive Zeitwort – Wortverbindungen

Wenn wir die Begriffe „sitzen“ und „setzen“ wiedergeben, so finden wir, daß „sitzen“ gewissermaßen passiv und im Gegensatz hierzu der Begriff „setzen“ aktiv ist. Solche passiven (oder unwillkürlich entstehenden) Tätigkeitsformen sind intransitive Formen. Die anderen Formen, welche sozusagen eine bewußte Tätigkeit erfordern, nennt man transitive Formen. Nachfolgend sind diewichtigsten Wortpaare angeführt. Man beachte, in welcher Art (mittels „i“) Aktivformen entstehen ; (Substantive durch Wegfall von „ön“.)

seatön = liegen, seitön = legen – seadön = sitzen, seidön = setzen – deadön = sterben, deidön = töten – klebön = kleben, kleibön = kleben (ankl.) – brekön = brechen, breikön = brechen – cenön = verwandeln, ceinön = verwandeln – smetön = schmilzen, smeitön = schmelzen – smelön = riechen, smeilön = riechen – smekön = schmecken, smeikön = schmecken – sleafön = schlüpfen, sleifön = schieben.

Die Worte ohne „i“ sind sämtlich im passiven Sinne : z. B. der Schnee schmilzt (ohne eigene Tätigkeit).
Bei Tätigkeitsworten mit „a“, „o“ oder „u“ werden die Aktivformen durch Änderung in „ä“, „ö“ „ü“ gebildet.

sadön = sinken, sädön = senken – lagön = hangen, lägön = hängen – falön = fallen, fälön = fällen – stutön = lehnen, stütön = stützen – storön = wühlen, störön = wühlen – tulön = drehen, tülön = drehen – rolön = rollen, rölön = rollen – yumön = anschließen, yümön = fügen, verbinden – jutön = schießen, jütön = schießen.

Aufgabe 22.

Fat obik äseadom su stul, son okik äseidom oki sui ston. – Bot äseaton lä bluk, man äseitom fitis ini bot. – Cil at ekleibon düdis. Hers oma äklebons su kap oma. – Vafs lagons len völ cema. Fat olik älägom güni len bim. – Flad erolon ini cem. Rölob stoni gretik ini gad. – Mot obik ästutof (ohne „oki“, da passiv) ta stul, fat oba ästütom ofi. – Naf äsadon in mel. Mans äsädoms vafis. – Kat sleafon ini hog. Fat ofik äsleifom vabi. – Mot äbreikof bodi. Luib vaba äbrekon.

Aufgabe 23.

Meine Mutter saß am (bei) Tische. – Der kleine Sohn des Prinzen fiel in (eine) tiefe Grube. – Dieser Mann fällte vier Bäume. – Der Schnee fiel vom Himmel. – Diese Fische riechen nicht gut. – Der alte Mann saß in der Stube beim Tische und wühlte in den Kisten. – Der Vater tötete die Schlange, welche er im Garten gefunden hatte. – Meine Mutter ist in dieser Stube gestorben. – Dieser Mann tötete den Löwen. – Die Nägel liegen in jener Dose. – Deine Schwester legte das Buch auf den Stuhl.
(Nach der Übersetzung vergleiche man mit Aufgabe 24 im Abschnitt XIV.)

Wortverbindungen.

Wortverbindungen, d. h. Zusammensetzungen von zwei oder drei Worten, werden im Volapük durch den Vokal „a“ getätigt ; vinaflad = Weinflasche (genauer gesagt : „des Weines Flasche“) – slipacem = Schlafzimmer – vabaluib = Wagenrad. Wenn jedoch das folgende Wort (als Verbum umgeformt) neben dem ersten Glied als Ergänzung stehen könnte, dann wird statt „a“ der Vokal „i“ gesetzt ; menilöf = Menschenliebe (den Menschen lieben) im Gegensatz zu „menalöf“ = des Menschen Liebe (Subst.). Man beachte jedoch, daß bei Wortverbindungen niemals die Mehrzahl angewandt wird ; klufabog = Nagelkasten, klufabogs = Nagelkästen („klufasbog“ = Nägelkasten ist falsch).
Das folgende Wort wird ohne jeden Zwischenvokal direkt angesetzt
1. wenn das erste Glied des zusammenzufügenden Wortes kein Substantiv ist (Zahlen usw.)
2. wenn das erste Glied mit einer Präposition beginnt (z. B. „takögmedin = Hustentropfen“ beginnt mit der Präposition ta) ;
3. wenn zwischen zwei zu verbindenden Worten ein Bindewort steht (z. B. „mehr oder weniger“) ;
4. wenn das zweite Glied als Beifügung (oder gleichberechtigt) steht ; z. B. Österreich-Ungarn, General-Marschall.