Lehrbuch der Weltsprache Volapük

 

Titel
Vorwort
Abschnitt I
Abschnitt II
Abschnitt III
Abschnitt IV
Abschnitt V
Abschnitt VI
Abschnitt VII
Abschnitt VIII
Abschnitt IX
Abschnitt X
Abschnitt XI
Abschnitt XII
Abschnitt XIII
Abschnitt XIV
Abschnitt XV
Abschnitt XVI
Abschnitt XVII
Abschnitt XVIII
Abschnitt XIX
Abschnitt XX
Abschnitt XXI
Abschnitt XXII
Abschnitt XXIII
Abschnitt XXIV
Abschnitt XXV
Schlußwort

 

Lüükots pro pübot vüresodik

  Lised gramatik
  Lised vödik
  Penet
  Fomäts votik

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I.
Einleitung

Aussprache, Wortschatz und Allgemeines

Volapük ist ein phonetische Sprache, d. h. jedes Zeichen hat nur einen Laut und jeder Laut hat nur ein Zeichen. Jeder einzelne Laut – gleich ob Vokal oder Konsonant – wird stets getrennt ausgesprochen ; ng wie im Worte „Ungeheuer“, ti wie im Worte „Stativ“, (nicht wie im Worte „Patient“ oder den Endungen „tion“), ai wie im Worte „Kokain“. Da eine Weltsprache auf phonetischer Grundlage ausgebaut sein muß, befleißige man sich einer guten, deutlichen Aussprache. Man beachte den Unterschied von ä, e und ö, von i und ü, von b und p, d und t, sowie g und k. Man spreche langsam und vermeide allzuschnelles Folgen von Konsonanten und Vokalen (z. B. Huckepack, Mutterschaft).

Die Betonung liegt stets auf der letzten Silbe (wie im Worte „Talar“), wenn auch diese oft nur aus einem Vokal besteht. Als Beispiel einer richtigen Aussprache diene der Satz : „Lieb ohn Weh gab es nie“, phonetisch nach den Regeln des Volapük wiedergegeben mit „lib on ve gab äs ni“. Bei Anwendung obiger Regeln wird man bald zu einer guten Aussprache gelangen.

Die Interpunktionszeichen (Punkt, Komma usw.) gebrauche man wie im Deutschen. Alle Volapükworte werden mit kleinen Anfangsbuchstaben geschrieben, außer dem ersten Wort eines Satzes, den Namen, welche zur Bezeichnung Gottes dienen, dem Worte „Volapük“ (Weltsprache Schleyer's) im Gegensatz zu „volapük“ „Welt-Sprache allgemein) und den Eigennamen (Länder, Flüsse, Familiennamen usw.). Solche Worte schreibt man mit großen Anfangsbuchstaben.

Die Stammworte des Volapük bestehen aus meist einsilbigen Worten, welche allen Sprachen, besonders der englischen und der deutschen Sprache, sowie den romanischen Sprachen entlehnt sind. Regelmäßigkeit im Aufbau einer Weltsprache von Grund auf ist unerläßlich. Wenn ein Wort den Regeln des Volapük entsprach, blieb es unverändert. Z. B. son = Sohn (deutsch), son (englisch) ; stul = Stuhl.
Andere Worte mußten kleine Veränderungen erdulden (gan = Gans ; näklum = enclume (franz.) = Ambos).
Wieder bei anderen Worten ist die Veränderung noch größer, auch wurden Kürzungen vorgenommen ; log = oculus (lat.) = Auge ; lieg = richesse (franz.) = Reichtum. Der Lernende wird später selbst sehen, welche Gründe eine solche Veränderung bedingten.

Das Volapük-Alphabet besteht aus 27 Buchstaben : a ä b c d e f g h i j k l m n o ö p r s t u ü v x y z.
Sämtliche Buchstaben werden wie im Deutschen ausgesprochen, nur ist
c = dsch. cil (sprich : dschil) = Kind
j = sch. jad (sprich : schad) = Schatten
v = w. vin (sprich : win) = Wein
y = jott. yag (sprich : jag) = Jagd